FAQ
Allgemein
Welche Rolle spielt MOST Robotics in der Drohnen- und Robotik-Branche?
Wir sind ein spezialisierter B2B-Vertriebs- und Entwicklungsdienstleister für Drohnen und Robotik. Unser Leistungsportfolio umfasst: Hardware-Vertrieb (Drohnen, Sensoren, Zubehör europäischer Hersteller und führender Systemanbieter), Software-Lösungen für Missionsdurchführung und Datennachbearbeitung, maßgeschneiderte Schulungen und Trainings für Fernpiloten und Anwender, laufende Betreuung und Support, Wartung und Inspektion von Drohnensystemen sowie individuelle Entwicklung und System-Integrationen für spezifische Kundenanforderungen.
Was ist der Unterschied zwischen UAV, UAS und RPAS?
UAV (Unmanned Aerial Vehicle) bezeichnet das eigentliche fliegende Gerät ohne Pilot an Bord. UAS (Unmanned Aircraft System) ist der umfassendere Begriff: Er schließt das UAV, die Fernsteuerung, Software, Sensoren und alle Bodenkomponenten ein. RPAS (Remotely Piloted Aircraft System) betont, dass das System aktiv durch einen Fernpiloten gesteuert wird – im Gegensatz zu vollautonomen Systemen. In der EU-Drohnenverordnung wird einheitlich der Begriff UAS verwendet.
Kann ich eine Drohne vor dem Kauf testen oder eine Demo vereinbaren?
Ja, wir bieten für ausgewählte Systeme Vorführflüge und Teststellungen an. Für komplexe Systeme wie LiDAR-Scanner oder Multisensorkopter empfehlen wir immer eine persönliche Demo unter realen Einsatzbedingungen. Sprechen Sie uns an – wir stimmen gemeinsam einen Demo-Termin ab, der auf Ihren Anwendungsfall und Ihre Region zugeschnitten ist.
Ist es erlaubt, Gegenstände mit Drohnen abzuwerfen?
Grundsätzlich ist für das Abwerfen von Gegenständen eine Genehmigung der Landesluftfahrtbehörde gemäß § 13.1 LuftVO erforderlich, sofern es sich nicht um klassischen Ballast wie Wasser oder Sand handelt. Während für harmlose Dinge wie Flyer oder Blütenblätter meist problemlos eine Erlaubnis erteilt wird, bleibt der Transport von Gefahrgut wie Pyrotechnik strikt verboten.
In der Praxis zeigen Drohnen bereits eindrucksvoll, wie nützlich diese Manöver sein können: Sie werden erfolgreich zur biologischen Schädlingsbekämpfung durch das gezielte Ausbringen von Schlupfwespen eingesetzt oder sammeln als fliegende Labore wichtige Proben direkt aus Luft und Wasser.
Lohnt sich eine Industriedrohne finanziell für mein Unternehmen (ROI)?
Ja, professionelle UAS-Einsätze sparen pro Mission oft zwischen 300 € und 1.500 € ein, da Kosten für Hubsteiger, Industriekletterer oder Gerüste entfallen. Die Amortisation erfolgt meist innerhalb weniger Monate durch 80 % schnellere Datenerfassung und die Vermeidung von Produktionsstillständen.
Eigene Drohnenflotte aufbauen oder externen Dienstleister buchen?
Für tägliche Routineaufgaben (Logistik, einfache Baudokumentation) ist eine interne Flotte wirtschaftlicher. Wir unterstützen hierbei durch schlüsselfertige Komplettlösungen inklusive Personal-Schulung. Für hochspezialisierte Einsätze (LiDAR, Bathymetrie, SORA-Missionen) ist die Buchung eines Experten effizienter
Welche Haftung tragen Geschäftsführer bei Fehlern im Drohnenbetrieb?
Das Unternehmen haftet als UAS-Betreiber (Operator) für die Einhaltung aller luftrechtlichen Vorgaben. Verstöße (z. B. fehlende Registrierung oder Versicherung) gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern bis zu 50.000 € geahndet werden.
Was gehört zu einer Drohnen-Komplettlösung?
Unsere Komplettlösungen umfassen die Bedarfsanalyse, Hardware-Integration (z. B. LiDAR), Software-Suites für die Auswertung (BIM/GIS), rechtliche SORA-Begleitung, Pilotentrainings, Schulungen und Führerscheine sowie Wartungen und Support.
Technik & Hardware
Was ist LiDAR und wie funktioniert LiDAR-Scanning per Drohne?
LiDAR (Light Detection And Ranging) ist ein aktives Fernerkundungsverfahren, bei dem Laserpulse ausgesendet und deren Laufzeit bis zur Reflexion am Zielobjekt gemessen werden. Aus Millionen solcher Messpunkte entsteht eine hochpräzise 3D-Punktwolke. Als Drohnennutzlast (UAV-LiDAR) ermöglicht das System die schnelle, genaue und oberflächenunabhängige Erfassung von Geländemodellen, Baumstrukturen, Leitungskorridoren oder Gebäuden. Die Genauigkeit liegt je nach System typischerweise bei ±2–5 cm in der horizontalen und vertikalen Ebene.
Was ist der Vorteil von LiDAR gegenüber Photogrammetrie?
LiDAR durchdringt Vegetation (Wald, Strauchwerk) und kann den Boden darunter zuverlässig erfassen – Photogrammetrie sieht nur die Oberfläche. LiDAR funktioniert auch bei schwachem Umgebungslicht und ist unabhängig von Farbkontrast oder Textur. Für Waldbestandsanalysen, Geländemodelle unter Vegetation, Leitungserfassung und präzise Volumenberechnungen ist LiDAR deutlich überlegen. Photogrammetrie liefert dafür hochauflösende Farbinformationen (Orthomosaike, Texturmodelle) zu geringeren Kosten.
Was ist Photogrammetrie und wie funktioniert sie mit Drohnen?
Photogrammetrie ist die Technik zur Gewinnung von Maßen und geometrischen Informationen aus Fotografien. Drohnen fliegen dabei systematische Bildflugmuster (Grid, Kreuz, Orbit) mit definierter Überlappung (typisch 80 % seitlich, 70 % vorwärts). Aus den georeferenzierten Fotos berechnet Photogrammetrie-Software (z. B. Agisoft Metashape, Pix4D, DJI Terra) dichte Punktwolken, Digitale Oberflächenmodelle (DOM), Digitale Geländemodelle (DGM) und hochauflösende Orthomosaike.
Wann ist LiDAR für die Vermessung besser als Photogrammetrie?
LiDAR ist überlegen, wenn Vegetation (Bäume, hohes Gras) durchdrungen werden muss, um ein exaktes digitales Geländemodell (DGM) zu erstellen . Es liefert zudem eine homogene Punktdichte unabhängig von den Lichtverhältnissen.
Was ist RTK und warum ist es für professionelle Drohnenvermessung wichtig?
RTK (Real-Time Kinematic) ist ein GNSS-Korrekturdienst, der Positionsfehler durch Referenzstationen in Echtzeit auf wenige Zentimeter reduziert. Für professionelle Vermessung ist RTK essenziell: Es ermöglicht direkte Georeferenzierung ohne (oder mit minimalem) Einsatz von Passpunkten, liefert absolute Lagegenauigkeit von ±1–3 cm und reduziert den Feldeinsatz erheblich. In Kombination mit SAPOS (deutsches Korrekturnetz) oder einer eigenen RTK-Basisstation erreichen RTK-Drohnen vermessungstaugliche Genauigkeiten.
Was ist der Unterschied zwischen RTK und PPK?
RTK (Real-Time Kinematic) korrigiert die GNSS-Daten in Echtzeit während des Fluges. PPK (Post-Processed Kinematic) speichert die Rohdaten und verrechnet diese nach dem Flug mit den Korrekturdaten der Basisstation. PPK ist robuster gegen kurzzeitige Verbindungsunterbrechungen und erlaubt auch rückwirkende Genauigkeitsverbesserungen. Für viele Projekteinsätze ist PPK daher die zuverlässigere Wahl, während RTK den Vorteil sofortiger Kontrolle bietet.
Wie unterscheiden sich RTK und PPK bei der Drohnen-Genauigkeit?
RTK korrigiert Positionsdaten in Echtzeit auf 1-2 cm. PPK (Post-Processing Kinematic) ist die nachträgliche Korrektur der Flugbahn-Daten (z. B. mit Applanix POSPac), was besonders bei instabilen Funkverbindungen oder komplexen LiDAR-Missionen für höchste Präzision sorgt .
Was ist GNSS und wie wird es bei Drohnen genutzt?
GNSS (Global Navigation Satellite System) ist der Oberbegriff für alle Satellitennavigationssysteme: GPS (USA), GLONASS (Russland), Galileo (Europa) und BeiDou (China). Professionelle Drohnen nutzen Multi-GNSS-Empfänger, die alle Systeme gleichzeitig auswerten. Das verbessert Genauigkeit und Verfügbarkeit des Signals erheblich, besonders in städtischen Umgebungen mit Abschattungen. Ergänzt durch RTK/PPK-Korrekturdaten ermöglicht GNSS zentimetergenaue Positionierung.
Was ist eine Punktwolke?
Eine Punktwolke ist eine Menge von Messpunkten im dreidimensionalen Raum, die jeweils durch X-/Y-/Z-Koordinaten definiert sind. Zusätzlich können Intensitätswerte (bei LiDAR) oder RGB-Farbwerte (bei Photogrammetrie) enthalten sein. Punktwolken bilden die Basis für 3D-Modelle, Geländeanalysen, Volumenberechnungen und BIM-Modelle. Sie können in Formaten wie LAS, LAZ oder E57 gespeichert und in GIS-, CAD- und BIM-Software weiterverarbeitet werden.
Was ist ein Orthomosaik?
Ein Orthomosaik (auch Orthofotos-Mosaik) ist ein maßstabsgetreues, verzerrungsfreies Luftbild, das aus vielen überlappenden Drohnenfotos zusammengesetzt wurde. Im Gegensatz zu einfachen Schrägfotos sind Orthomosaike geometrisch entzerrt und können wie eine Karte mit echten Koordinaten und Maßstab genutzt werden. Sie sind Grundlage für Planungen, Bestandsaufnahmen und GIS-Analysen.
Was ist ein Digitales Geländemodell (DGM) und Digitales Oberflächenmodell (DOM)?
Das DGM (Digitales Geländemodell) bildet die tatsächliche Erdoberfläche ohne aufstehende Objekte (Bäume, Gebäude) ab. Das DOM (Digitales Oberflächenmodell) erfasst alles, was sich auf der Erdoberfläche befindet – also auch Vegetation, Gebäude und Leitungen. Das DOM minus DGM ergibt das nDSM (normiertes Oberflächenmodell), das z. B. Baumhöhen oder Gebäudehöhen zeigt. Für den Bau sind DGM (Planung, Geländeformen) und DOM (Bestandsaufnahme) gleichermaßen wichtig.
Was ist eine Multispektralanalyse und wozu wird sie eingesetzt?
Multispektral-Sensoren an Drohnen erfassen Licht in mehreren Wellenlängen jenseits des sichtbaren Spektrums – insbesondere im Nahinfrarot (NIR). Daraus lassen sich Vegetationsindizes berechnen (z. B. NDVI, NDRE), die Auskunft über Chlorophyllgehalt, Vitalität und Stresssymptome von Pflanzen geben. Anwendungen: Präzisionslandwirtschaft (Düngebedarfsanalyse, Bewässerungsplanung), Forstwirtschaft (Waldschadenskartierung), Grünflächenmanagement und Umweltmonitoring.
Wozu wird Wärmebildtechnologie (Thermografie) bei Drohnen eingesetzt?
Wärmebildkameras (Infrarot-Kameras) an Drohnen erfassen die Wärmeemission von Objekten. Anwendungen im B2B-Bereich: PV-Anlageninspektion (defekte Zellen erscheinen als Hotspots), Gebäudeenergieanalyse (Wärmeverluste, Undichtigkeiten), Elektroinspektion in Industrieanlagen, Suche nach verletzten Tieren (Rehkitzrettung), Sicherheit und BOS (Personensuche), sowie Leckageerkennung in Pipelines oder Wärmenetzen.
Was ist GSD (Ground Sampling Distance) und welchen Einfluss hat er auf die Bildqualität?
Der GSD beschreibt die Größe eines einzelnen Bildpixels auf dem Boden – also die tatsächliche Auflösung des Orthomosaiks. Ein GSD von 2 cm bedeutet: jeder Pixel entspricht 2 cm² auf dem Boden. Je kleiner der GSD, desto höher die Auflösung und desto mehr Details sind erkennbar. Der GSD ist abhängig von Flughöhe, Kamerasensor und Brennweite. Für Vermessungsaufgaben werden typisch 1–3 cm GSD angestrebt, für großflächige Kartierungen 5–10 cm.
Was sind die Vorteile von non-chinese Drohnen für KRITIS-Unternehmen?
Betreiber kritischer Infrastrukturen fordern Datensouveränität. Europäische Systeme (NDAA-konform) wie von Acecore oder Hexadrone garantieren, dass keine Telemetrie- oder Bilddaten auf ausländische Server abfließen.
Was ist ADS-B und welche Bedeutung hat es für Drohnen?
ADS-B (Automatic Dependent Surveillance–Broadcast) ist ein System, bei dem Luftfahrzeuge ihre Position, Höhe und Geschwindigkeit per Funk kontinuierlich aussenden. Drohnen können ADS-B-Empfänger einsetzen, um den bemannten Luftverkehr zu verfolgen und Kollisionen zu vermeiden. In der professionellen Luftraumüberwachung (UTM) spielt ADS-B eine wichtige Rolle.
Wie funktioniert LiDAR-Scanning in Städten mit C2-Zertifizierung?
Drohnen wie die EasyMapper-Serie verfügen über eine offizielle C2-Zertifizierung. Dies erlaubt den Betrieb in der Unterkategorie A2 (urban), wobei der Sicherheitsabstand zu unbeteiligten Personen im Langsamflugmodus (max. 3 m/s) auf bis zu 5 Meter reduziert werden kann.
Was ist Remote ID und warum ist es Pflicht?
Remote ID ist das digitale ‚Kennzeichen‘ einer Drohne, das im Flug ausgestrahlt wird und von Behörden oder anderen Luftraumnutzern empfangen werden kann. Es überträgt Informationen wie UAS-ID, Position, Höhe, Kurs und Startposition. Nach EU-Drohnenverordnung ist Remote ID für alle registrierungspflichtigen Drohnen beim Betrieb in Klassen C1–C3 Pflicht. Es ermöglicht Behörden die Identifizierung und Rückverfolgung von Drohnen im Luftraum.
Was bedeutet Failsafe bei Drohnen?
Der Failsafe-Modus ist ein automatischer Schutzmechanismus, der bei kritischen Ereignissen (Verbindungsverlust, niedrigem Akkustand, GNSS-Verlust) aktiviert wird. Typische Reaktionen: Return-to-Home (RTH) – automatische Rückkehr zum Startpunkt; Hover & Land – kontrolliertes Landen am aktuellen Standort; oder Mission Abort. Professionelle Drohnen erlauben die Konfiguration des Failsafe-Verhaltens je nach Einsatzszenario.
Welchen Vorteil haben Drohnen mit 6 oder mehr Motoren?
Hexa- und Oktokopter bieten durch redundante Antriebe entscheidende Sicherheitsvorteile: Bei Ausfall eines Motors kann das System den Flug fortsetzen und sicher landen. Dies ist in professionellen Inspektions- oder Behördeneinsätzen oft Pflichtanforderung. Zudem ermöglichen mehr Motoren eine höhere Nutzlast (z. B. für schwere LiDAR-Scanner oder Sprühausleger) und stabilere Flugleistung bei Wind.
Was ist eine IMU und welche Rolle spielt sie bei Drohnen?
Die IMU (Inertial Measurement Unit) misst Beschleunigung und Rotationsrate der Drohne in allen drei Achsen. Sie ist das ‚Gleichgewichtsorgan‘ der Drohne und ermöglicht stabile Fluglage auch ohne GNSS-Signal (z. B. in Innenräumen oder bei kurzzeitigem Signalverlust). Hochwertige IMUs mit Dual-IMU-Redundanz erhöhen die Ausfallsicherheit professioneller Systeme erheblich.
Was ist der "Burst Mode" bei modernen LiDAR-Laserscannern?
Systeme wie der YellowScan Venturer bieten einen Burst Mode, der die Laserenergie auf ein 120°-Sichtfeld konzentriert. Dies vervielfacht die Punktdichte massiv, was für die Erfassung von Stromleitungen oder Antennenmasten entscheidend ist.
Können individuelle Sensoren und Nutzlasten in Drohnen integriert werden?
Ja, modulare Plattformen wie die Hexadrone Tundra 2.1 bieten offene Schnittstellen (MAVLink, SkyPort). Wir entwickeln mechanische Adapter und Kommunikations-Gateways für spezialisierte Nutzlasten wie beispielsweise Magnetometer zur Kampfmittelräumung.
Branchen und Anwendungen
Wo kommen professionelle Drohnen in der Vermessung, im Bau und in der Architektur zum Einsatz?
Drohnen revolutionieren die Vermessungsbranche: Geländeaufnahmen und topografische Karten, Baufortschrittsdokumentation, Massenberechnungen und Volumenanalysen (Erdbewegung, Deponien), Bestandsaufnahmen für Gebäudesanierungen, Fassadenscans und 3D-BIM-Modellierung sowie Schadens- und Risikodokumentation für Versicherungen und Gutachter. Was früher Wochen dauerte, erledigen Drohnen in Stunden mit höherer Genauigkeit.
Wie werden Drohnen für Inspektionen eingesetzt?
Drohneninspektionen bieten den entscheidenden Vorteil des sicheren Zugangs zu schwer erreichbaren oder gefährlichen Strukturen: Kraftwerke, Kühltürme und Industrieanlagen (Wärmebildinspektion), Brücken und Ingenieurbauwerke (visuelle HD-Inspektion), Dachflächen und Fassaden, Windkraftanlagen (Rotorblätter, Türme), Hochspannungsleitungen und -masten sowie Silos, Tanks und Schornsteine. Die Kombination aus HD-Zoom-Kamera und Wärmebildkamera deckt sowohl strukturelle als auch thermische Anomalien auf.
Wie werden Drohnen in der Inspektion von Photovoltaik- und Windkraftanlagen eingesetzt?
PV-Anlagen: Wärmebildkameras detektieren Hotspots (defekte Zellen, Bypass-Dioden, Modulverschmutzung) auf ganzen Anlagen in kürzester Zeit. Windkraftanlagen: Hochauflösende Zoom-Kameras und optionale Wärmebild-Sensoren erfassen Risse, Erosionsschäden und strukturelle Anomalien an Rotorblättern und Türmen, ohne kostspielige Abseilarbeiten oder Kranmontagen. Die drohnenbasierte Inspektion reduziert Ausfallzeiten und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.
Was sind Korridor-Inspektionen und wie werden Drohnen dabei eingesetzt?
Korridorinspektionen erfassen linienförmige Infrastrukturen über große Streckenlängen: Stromleitungen und Hochspannungsfreileitungen, Pipelines und Gasversorgungsleitungen, Bahntrassen (Gleis-, Oberleitungszustand), Straßen und Autobahnen sowie Windpark- und PV-Freiflächen-Anlagen. Drohnen mit automatisierten Flugwegplanungen fliegen dabei präzise Korridore ab, erfassen hochauflösende Bilder und LiDAR-Daten und ermöglichen effiziente digitale Dokumentation ganzer Infrastrukturnetze.
Wie unterstützen Drohnen die Land- und Forstwirtschaft?
In der Landwirtschaft ermöglichen Drohnen Präzisionslandwirtschaft: Multispektralanalysen für Feldvitalität und Nährstoffmanagement, Kartierung von Schädlingsbefall und Krankheiten, Bewässerungsoptimierung durch Stresserkennung sowie das Ausbringen von Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz per Sprühdrohne. In der Forstwirtschaft: Waldbestandsanalysen und Baumartenkartierung per LiDAR, Windwurf- und Borkenkäfererfassung, Aufforstungsunterstützung sowie automatisierte Waldkartierung nach Sturmereignissen.
Wie funktioniert Rehkitzrettung mit Drohnen?
Rehkitze liegen tagsüber regungslos im Gras und werden beim Mähvorgang von Mähmaschinen erfasst – oft mit tödlichem Ausgang. Drohnen mit Wärmebildkameras fliegen vor dem Mähvorgang systematisch die Fläche ab und erkennen Rehkitze anhand ihrer Körperwärme. Die Standorte werden markiert und die Kitze rechtzeitig gesichert. Diese Methode ist weit effizienter als die manuelle Suche und hat sich als Standardtechnik im ländlichen Raum etabliert.
Wie genau ist eine Drohnen-Vermessung im Gartenbau (GaLaBau)?
Mit RTK-Systemen erreichen wir eine Lagegenauigkeit von ±2 cm und eine Höhengenauigkeit von ±4 cm . Dies ist ideal für exakte Volumenberechnungen von Erdaushub und digitale Bestandspläne.
Wie funktioniert die Gewässervermessung (Bathymetrie) per Drohne?
Es werden entweder grüne Laser (bathymetrisches LiDAR) genutzt, die Wasser durchdringen, oder Echolote, die an einem Seil geschleppt werden. Radar-Altimeter sorgen dabei für ein stabiles „Terrain Following“ über der Wasseroberfläche.
Gibt es Förderungen für Drohnen zur Rehkitzrettung 2026?
Ja, das Bundesprogramm (BLE) fördert Wärmebilddrohnen für eingetragene Vereine mit einem Festbetrag von bis zu 3.000 €. Der Antrag muss zwingend vor dem Kauf bewilligt sein (Frist oft bis 30. Juni).
Wie werden Drohnendaten in BIM (Building Information Modeling) integriert?
Punktwolken werden in Formate wie IFC oder Revit exportiert . Dies ermöglicht den Abgleich zwischen dem „Digitalen Zwilling“ auf der Baustelle und dem ursprünglichen Planungsmodell zur Baufortschrittskontrolle.
Wie werden Drohnen im Bereich BOS und Sicherheit eingesetzt?
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) nutzen Drohnen für: Lageerkundung bei Großschadenslagen, Suche nach vermissten Personen, Überwachung von Veranstaltungen und Grenzbereichen, Dokumentation von Tatorten, Brandaufklärung und Glutnestsuche mit Wärmebild, sowie taktische Unterstützung von Polizei und Feuerwehr. Für BOS-Einsätze gelten besondere rechtliche Rahmenbedingungen und spezielle Schulungsanforderungen.
Welche Drohnen-Lösungen nutzen BOS (Polizei, Feuerwehr, THW)?
Wir bieten taktische Systeme mit Zoom- und Wärmebildkameras für die Personensuche und Lagebeurteilung . Diese Einheiten nutzen Sonderrechte nach § 21k LuftVO, benötigen jedoch spezifische einsatztaktische Schulungen.
Praxis und Betrieb
Was sollte ich vor jedem professionellen Drohnenflug prüfen (Pre-Flight-Checkliste)?
Eine professionelle Pre-Flight-Checkliste umfasst: Akkuladezustand Drohne und Fernsteuerung, Firmware- und Softwarestand aktuell, GNSS-Signal und RTK-Status, Propeller auf Beschädigungen prüfen, Kamera/Sensor-Funktionstest, Kamera-Gimbal-Kalibrierung, IMU-Kalibrierung wenn nötig, Return-to-Home-Höhe konfigurieren, Failsafe-Einstellungen prüfen, Geofencing und Luftraumfreigaben kontrollieren, Wetterbedingungen (Wind, Sichtweite, Gewitter), Startbereich auf Hindernisse prüfen sowie Kommunikation mit Bodenbeobachtern sicherstellen.
Wie hoch darf ich mit einer Drohne in Deutschland fliegen?
Die Standardhöhe in der offenen Kategorie beträgt 120 m über dem Boden (AGL – Above Ground Level). Ausnahme: Fliegen in der Nähe eines Hindernisses, das höher als 105 m ist – hier darf die Drohne bis zu 15 m über die Höhe des Hindernisses steigen, wenn der horizontale Abstand zum Hindernis ≤ 50 m beträgt. Für Flüge über 120 m AGL ist eine Betriebsgenehmigung (spezielle Kategorie) oder eine Kontrollfreigabe erforderlich.
Was bedeutet VLOS, EVLOS und BVLOS?
VLOS (Visual Line of Sight): Der Fernpilot kann die Drohne jederzeit mit bloßem Auge sehen und kontrollieren – dies ist in der offenen Kategorie Standard. EVLOS (Extended Visual Line of Sight): Visuelle Beobachter unterstützen den Fernpiloten und erweitern die direkte Sichtverbindung. BVLOS (Beyond Visual Line of Sight): Die Drohne fliegt außerhalb der direkten Sichtweite – erfordert besondere Genehmigungen, spezielle Ausrüstung (Luftraumüberwachung, ADS-B) und ist aktuell noch stark reguliert.
Was ist eine NOTAM und wie überprüfe ich Luftraumsperrungen?
Eine NOTAM (Notice to Airmen) ist eine amtliche Bekanntmachung für Luftraumnutzer über temporäre Einschränkungen, Gefahren oder Änderungen im Luftraum (z. B. Militärübungen, Veranstaltungen, Baustellen an Flughäfen). Für Drohnenflüge können NOTAMs vorübergehende Sperrungen bedeuten. Sie werden über das AIS-Portal der DFS (www.ais.dfs.de) oder Apps wie DFS Drone Permit, DJI AirSense oder Airmap veröffentlicht. Vor jedem Flug ist die NOTAM-Überprüfung Pflicht.
Was ist die ICAO-Karte und wie nutze ich sie?
Die ICAO-Karte (International Civil Aviation Organization) ist eine standardisierte Luftfahrtkarte, die Lufträume, Kontrollzonen, Sicherheitszonen und Flugplätze visualisiert. Für Drohnenpiloten zeigt sie, in welchen Bereichen Einschränkungen oder Genehmigungspflichten bestehen. Verfügbar als Papierkarte oder in digitalen Applikationen. Wichtig: ICAO-Karten werden regelmäßig aktualisiert – immer die aktuelle Ausgabe verwenden.
Was ist das AIS-Portal und wozu dient es?
Das AIS-Portal (Aeronautical Information Service) der Deutschen Flugsicherung (DFS) ist die offizielle Plattform für Luftfahrtinformationen in Deutschland. Hier finden Drohnenpiloten: aktuelle NOTAMs, Luftraumstrukturinformationen, temporäre Flugbeschränkungen sowie Informationen zu geografischen Flugzonen. Es ist erreichbar unter www.ais.dfs.de.
Sollte ich Passpunkte (GCPs) verwenden oder reicht eine RTK-Drohne?
RTK-Drohnen ermöglichen bei stabiler Korrekturdatenverbindung absolute Lagegenauigkeiten von ±1–3 cm ohne Passpunkte. Dennoch empfehlen wir für vermessungstechnische Projekte mindestens 3–5 Kontrollpunkte (Check Points), um die Ergebnisse zu validieren und Fehler im RTK-Signal zu erkennen. Für höchste Genauigkeitsansprüche (z. B. offizielle Vermessungsaufgaben) bleibt die Kombination RTK + GCPs der Gold-Standard.
Wie viele Passpunkte benötige ich für die Drohnenvermessung?
Faustformel: Für Projekte ohne RTK mind. 5–8 GCPs pro Fläche, gleichmäßig verteilt und in den Ecken. Mit RTK-Drohne: 3–5 Kontrollpunkte zur Verifikation reichen aus. Bei sehr großen Flächen (>50 ha) werden mehr GCPs empfohlen. Die GCPs müssen mit hochpräzisem GNSS (RTK-Tachymeter oder GNSS-Empfänger) eingemessen werden – die Qualität der GCPs ist entscheidend für die Gesamtgenauigkeit.
Ist der FPV-Betrieb (First Person View) mit Videobrille erlaubt?
FPV-Betrieb mit Videobrille ist in der offenen Kategorie nur erlaubt, wenn ein unabhängiger Beobachter anwesend ist, der ständigen Blickkontakt zur Drohne hält und den Fernpiloten bei Bedarf warnt. Der Beobachter muss sich in unmittelbarer Nähe des Fernpiloten befinden und direkt kommunizieren können. In der offenen Kategorie ist FPV-Betrieb damit zwar möglich, aber an diese Bedingung geknüpft.
Was muss ich beim Überfliegen über fremden Grundstücken beachten?
Das Überflugrecht von Grundstücken ist rechtlich nicht eindeutig geregelt und Gegenstand von Diskussionen. Grundsatz: Der Grundstückseigentümer kann Einwände erheben, wenn der Flug sein Persönlichkeitsrecht oder seine Privatsphäre verletzt (z. B. gezielte Aufnahmen in private Bereiche). Für professionelle Projektaufnahmen empfehlen wir, Grundstückseigentümer vorab zu informieren und ggf. schriftliche Zustimmungen einzuholen. Öffentlich zugängliche Flächen (Straßen, Parks) unterliegen weniger strengen Einschränkungen.
Wie transportiere ich Drohnen-Akkus (LiPo) gewerblich nach ADR?
Gewerblich gelten Lithium-Akkus über 100 Wh als Gefahrgut der Klasse 9 (ADR). Sie müssen in UN-zertifizierten Behältern transportiert werden; das Fahrzeug muss ggf. Ausrüstung nach ADR mitführen.
Wie lagere ich große Mengen Drohnen-Akkus sicher im Betrieb?
Wir empfehlen zertifizierte Akku-Brandschutzschränke mit automatischer Löschfunktion. Akkus sollten im „Storage-Modus“ (40-60 % Ladung) bei Zimmertemperatur gelagert werden.
Was bedeutet die 1:1 Regel für Flüge in der Nähe von Menschen?
Der horizontale Abstand zu unbeteiligten Personen muss mindestens der Flughöhe entsprechen. Beispiel: Flug in 30 m Höhe = 30 m Abstand. Mit C2-Drohnen im Low-Speed-Modus kann dieser Abstand auf 5 m reduziert werden.
Können Drohnen in geschlossenen Räumen (Indoor) ohne GPS fliegen?
Ja, Spezialsysteme nutzen Optical Flow und LiDAR-SLAM zur Positionierung . Wichtig: Indoor-Flüge unterliegen nicht dem Luftverkehrsrecht, erfordern aber strikte Arbeitsschutz-Konzepte.
EU-Drohnenverordnung
Was ist die EU-Drohnenverordnung und seit wann gilt sie?
Die EU-Drohnenverordnung basiert auf den EASA-Verordnungen (EU) 2019/947 (Betriebsregeln) und (EU) 2019/945 (Produktanforderungen). Sie gilt in allen EU-Mitgliedstaaten einheitlich seit dem 31. Dezember 2020 (Übergangsfrist bis 2. Dezember 2023 für Bestandsdrohnen). Die Verordnung ersetzt nationale Regelwerke und schafft einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen für den Drohnenbetrieb.
Was sind die Betriebskategorien der EU-Drohnenverordnung?
Die EU-Verordnung teilt den Drohnenbetrieb in drei Kategorien: OPEN (offene) Kategorie: niedriges Risiko, standardisierte Regeln, keine Betriebsgenehmigung nötig. SPECIFIC (spezielle) Kategorie: mittleres Risiko, Betriebsgenehmigung durch Luftfahrtbehörde erforderlich (z. B. über STS oder SORA). CERTIFIED (zertifizierte) Kategorie: hohes Risiko (vergleichbar bemannter Luftfahrt), umfangreiche Zertifizierungspflichten.
Was gilt in den Unterkategorien der offenen Kategorie (A1, A2, A3)?
A1: Drohnen bis 900 g (C1), darf über Menschen fliegen (nicht über Menschenansammlungen). A2: Drohnen bis 4 kg (C2), mind. 30 m Abstand zu unbeteiligten Personen (mit Low-Speed-Mode 5 m möglich). Fernpiloten-Zeugnis A2 erforderlich. A3: Alle anderen Drohnen, mind. 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. In A1 und A3 reicht der Online-Kenntnisnachweis.
Was sind Drohnenklassen (C0–C6) nach EU-Verordnung?
Die CE-ähnlichen Klassen definieren, welche Drohnen in welchen Betriebsunterkategorien eingesetzt werden dürfen: C0 (unter 250 g, kaum Einschränkungen), C1 (unter 900 g, A1-tauglich), C2 (unter 4 kg, A2-tauglich), C3 (unter 25 kg, A3-tauglich), C4 (unter 25 kg, A3-tauglich, keine spezifische Technik), C5 und C6 (für STS der speziellen Kategorie). Viele ältere Drohnen ohne CE-Klassenkennzeichnung fallen unter Übergangsregelungen als ‚Bestandsdrohnen‘.
Was ist eine Bestandsdrohne und wie darf sie weiter betrieben werden?
Bestandsdrohnen sind Geräte, die vor dem 1. Januar 2024 ohne CE-Klassenkennzeichnung im Handel waren. Sie dürfen in bestimmten Unterkategorien weiter betrieben werden – abhängig von Gewicht und vorhandener Ausstattung. Ab dem 1. Januar 2024 gelten Übergangsregelungen: Drohnen mit gültiger Betriebserlaubnis oder Registrierung können in der Regel weiter unter speziellen Bedingungen betrieben werden. Für neue Anschaffungen sollten stets zertifizierte Klassen-Drohnen gewählt werden.
Welche Drohnenführerscheine gibt es nach EU-Verordnung?
1. Online-Kenntnisnachweis (A1/A3): Online-Selbststudium + Prüfung beim LBA – für offene Kategorie A1 und A3. 2. Fernpiloten-Zeugnis A2: Theoretische Selbststudium + Prüfung + Praxisselbsterklärung – für offene Kategorie A2 mit C2-Drohnen. 3. STS-Zeugnis (Standard Transition Scenario): Für spezielle Kategorie – Theorie + praktische Prüfung durch zugelassene Ausbildungsorganisation. 4. SORA-Betriebsgenehmigung: Für individuell risikobeurteilte Betriebe in der speziellen Kategorie.
Muss ich mich als Drohnenpilot registrieren?
Ja – jeder Betreiber eines UAS über 250 g (oder mit Kamera/Sensor, das Privatpersonen filmen kann, auch unter 250 g) muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren und erhält eine Betreiber-ID. Diese muss auf allen Drohnen sichtbar angebracht werden. Die Registrierung erfolgt kostenpflichtig (jährliche Gebühr) über das LBA-Drohnenportal (uas.lba.de). Fernpiloten in der speziellen Kategorie erhalten zusätzlich eine Fernpiloten-ID.
Was ist der Unterschied zwischen Betreiber-ID, Fernpiloten-ID und Remote ID?
Betreiber-ID: Registrierungsnummer des UAS-Betreibers (Halter der Drohne) – muss auf der Drohne angebracht sein. Fernpiloten-ID: Persönliche Kennung des Fernpiloten, der das Gerät steuert (relevant in der speziellen Kategorie). Remote ID: Technisches System, das die Drohne im Flug digital identifizierbar macht – übermittelt Betreiber-ID, Position und Flugdaten an Empfänger in der Umgebung.
Was sind Standardszenarien (STS) und welche gibt es?
Standardszenarien sind vordefinierte Betriebsrahmen für die spezielle Kategorie, die eine vereinfachte Betriebsgenehmigung ermöglichen: STS-01: VLOS über kontrollierten Bodengebieten in bevölkerten Gebieten bis 120 m AGL. STS-02: BVLOS über dünn besiedelten Gebieten bis 30 m AGL mit Beobachternetzwerk. STS-Betreiber benötigen ein STS-Zeugnis, eine Betriebsgenehmigung vom LBA und müssen Drohnen der Klasse C5 oder C6 einsetzen.
Was sind PDRAs (Pre-defined Risk Assessments)?
PDRAs sind von der EASA vorbereitete Risikobewertungen für häufige Drohnenoperationen, die über die offenen STS hinausgehen. Betreiber können durch Anerkennung einer PDRA eine Betriebsgenehmigung erhalten, ohne eine vollständige SORA-Analyse durchführen zu müssen. Aktuell in Deutschland verfügbare PDRAs decken u. a. Inspektionsflüge, BVLOS-Experimente und spezifische Einsätze ab. Die genauen aktuellen PDRAs sind beim LBA abrufbar.
Was ist SORA?
SORA (Specific Operations Risk Assessment) ist eine strukturierte Methode zur Risikobewertung von Drohnenmissionen in der speziellen Kategorie, die von der EASA entwickelt wurde. Sie bewertet das Luft- und Bodenrisiko und legt daraus abgeleitet Sicherheitsanforderungen für den Betrieb fest. Das Ergebnis einer SORA-Analyse ist ein SAIL (Specific Assurance and Integrity Level), der die Anforderungen an Technik, Ausbildung und Verfahren definiert.
Ab wann sind die C-Klassen für Unternehmen Pflicht?
Seit dem 1. Januar 2024 dürfen in der „Offenen“ Kategorie nur noch Drohnen mit Cx-Label (C0-C4) neu betrieben werden . Bestandsgeräte über 250 g ohne Label sind dauerhaft auf die Kategorie A3 (150 m Abstand zu Gebäuden) beschränkt.
Sind EU-Drohnenführerscheine aus dem Jahr 2021 noch gültig?
Die Lizenzen sind 5 Jahre gültig und laufen somit 2026 ab . Sie müssen vor Ablauf durch einen Auffrischungskurs („A2 Refresher“) oder eine neue Prüfung verlängert werden.Muss jede gewerbliche Drohne eine Remote-ID aussenden?
Ja, für alle Drohnen ab Klasse C1 ist ein System zur direkten Fernidentifizierung Pflicht. Es sendet Betreiber-ID, Position, Höhe und Geschwindigkeit in Echtzeit an Behörden.
Gesetzliche Bestimmungen
Brauche ich eine Versicherung für meinen Drohneneinsatz?
Ja – eine Haftpflichtversicherung ist für den Betrieb von Drohnen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben (§ 43 LuftVG). Standard-Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen schließen Drohnen meist aus. Es ist eine spezifische Luftfahrthaftpflichtversicherung notwendig. Für gewerbliche Einsätze und größere Drohnen (ab 5 kg) gelten erhöhte Mindestdeckungssummen. Bei Schadenseintritt muss die Police sofort vorgelegt werden können.
Welche datenschutzrechtlichen Bestimmungen muss ich beim Drohneneinsatz beachten?
Bei Drohnenflügen in Deutschland gilt die DSGVO: Personenbezogene Daten (erkennbare Gesichter, Kfz-Kennzeichen) dürfen nur mit Rechtsgrundlage verarbeitet werden. Grundstücke und Privaträume genießen besonderen Schutz. Aufnahmen im öffentlichen Raum können zulässig sein, wenn keine erkennbaren Personen gezielt aufgenommen werden. Für professionelle Projekte mit Personenbezug empfehlen wir eine Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) und klare Rechtsgrundlagen (Einwilligung, Vertrag, berechtigtes Interesse).
Was gilt beim Fliegen in der Nähe von Flughäfen und Flugplätzen?
In Deutschland gilt: Im Radius von 1,5 km um Flughäfen ist der Drohnenbetrieb grundsätzlich verboten. In Kontrollzonen (CTR) bis zu 5 km (je nach Klasse) ist eine Freigabe durch den zuständigen ATC (Air Traffic Control) oder die DFS erforderlich. Diese kann über die DFS-Aviation-Services-App oder direkt beim Tower beantragt werden. Für geplante Projekte in Flughafennähe empfehlen wir frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Luftsicherheitsbehörde.
Was ist eine Allgemeinverfügung und welche Bundesländer haben eine?
Eine Allgemeinverfügung ist ein staatlicher Verwaltungsakt, der allgemein gültige Regelungen für Drohnenflüge in einem Bundesland oder einer Region festlegt – ohne dass jeder Pilot eine individuelle Einzelgenehmigung beantragen muss. Viele Bundesländer haben solche Verfügungen für bestimmte Fluggebiete, Gewässer oder Naturschutzgebiete erlassen. Die genauen aktuellen Allgemeinverfügungen pro Bundesland sind bei den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden oder der LBA-Website einsehbar.
Darf ich mit einer Drohne über Wohngrundstücken fliegen (§ 21h LuftVO)?
Grundsätzlich verboten, wenn die Drohne über 250 g wiegt oder eine Kamera besitzt. Ausnahmen gelten nur mit Zustimmung des Eigentümers oder zur Rehkitzrettung (Abstand 10 m).
Müssen Personen auf Drohnenaufnahmen gepixelt werden (DSGVO)?
Ja, sobald Personen oder Kennzeichen identifizierbar sind, liegt eine Datenverarbeitung vor . Wir integrieren KI-Workflows, die Gesichter und Kennzeichen in Punktwolken oder Orthofotos automatisiert anonymisieren.
Wie viele Personen gelten als Menschenansammlung im Sinne der EU-Drohnenverordnung?
Die EU-Drohnenverordnung definiert ‚Menschenansammlungen‘ als Gruppen von Personen, bei denen einzelne Personen aufgrund der Dichte und Menge nicht ausweichen können. Eine genaue Personenzahl wird nicht festgelegt – es ist eine qualitative Risikoeinschätzung. Faustformel: Ab etwa 12 Personen auf engem Raum (z. B. Fußgängerzone, Veranstaltung) sollte nicht übergeflogen werden.
Welche Sonderrechte haben BOS (Feuerwehr, Polizei) beim Drohneneinsatz?
BOS sind nach § 21k LuftVO von vielen Beschränkungen befreit, wenn der Einsatz hoheitlichen Aufgaben dient . Sie müssen dennoch ein vergleichbares Sicherheitsniveau wie in der „Speziellen“ Kategorie gewährleisten.
Brauche ich eine Genehmigung für Drohnen-Flüge bei Nacht?
In der „Offenen“ Kategorie ist der Nachtflug erlaubt, sofern die Drohne mit einem grünen Blinklicht (360° sichtbar) ausgestattet ist. Der Pilot muss jederzeit direkten Sichtkontakt (VLOS) wahren.
Aufstiegsgenehmigungen und SORA 2.5
Was ist eine Aufstiegsgenehmigung / Betriebsgenehmigung und wann brauche ich sie?
Eine Aufstiegsgenehmigung (nach alter nationaler Terminologie) entspricht der heutigen ‚Betriebsgenehmigung‘ nach EU-Drohnenverordnung. Sie ist erforderlich für: Flüge in der speziellen Kategorie (außerhalb STS), Flüge über 120 m AGL, BVLOS-Betrieb, Flüge über Menschenansammlungen mit schweren Drohnen, Flüge in gesperrten Zonen sowie bestimmte Spezialanwendungen (Lasten abwerfen, Nachtflug unter besonderen Bedingungen). Beantragung erfolgt beim LBA oder den zuständigen Landesluftfahrtbehörden.
Was sind die Voraussetzungen für eine Betriebsgenehmigung in der speziellen Kategorie?
Für eine Betriebsgenehmigung (spezielle Kategorie) über SORA oder PDRA benötigen Sie: gültige Registrierung als UAS-Betreiber beim LBA, STS-Zeugnis oder SORA-Dokumentation, Betriebshandbuch (Operations Manual), Nachweis des eingesetzten Drohnentyps und seiner Zertifizierung, Nachweis ausreichender Versicherung, Trainingsnachweis der eingesetzten Fernpiloten sowie ggf. eine Vereinbarung zur Luftraumkoordination.
Was ändert sich durch SORA 2.5 für Drohnenbetreiber ab 2026?
SORA 2.5 nutzt ein quantitatives Modell für das Bodenrisiko basierend auf realen Bevölkerungsdichtekarten . Der Prozess wurde auf 10 Schritte gestrafft; bestehende SORA 2.0 Genehmigungen gelten nur noch bis Ende 2027.
Wann ist ein Fallschirmsystem (PRS) für SORA zwingend erforderlich?
Für Missionen mit SAIL III oder höher (erhöhtes Risiko) ist ein nach ASTM F3322 zertifiziertes Fallschirmsystem oft die einzige Möglichkeit, das Bodenrisiko ausreichend zu senken.Wie lange dauert die Erteilung einer Betriebsgenehmigung durch das LBA?
Ein SORA-Erstantrag dauert in der Regel 4-16 Wochen . Geographische Allgemeinererlaubnisse der Bundesländer liegen meist innerhalb von 2-14 Tagen vor.
Darf ich mit einer SORA-Genehmigung über 120 Meter hoch fliegen?
Ja, in der „Speziellen“ Kategorie sind höhere Aufstiege nach SORA-Risikoprüfung möglich . In der „Offenen“ Kategorie darf man nur Hindernisse bis 15 m überfliegen, wenn der Betreiber zustimmt.
Kann ich als gewerblicher Drohnenbetreiber eine generelle Betriebsgenehmigung für mehrere Projekte beantragen?
Ja – für wiederkehrende gleichartige Einsätze ist es sinnvoll, eine generelle Betriebsgenehmigung (z. B. über eine PDRA oder ein eigenes Operations Manual) zu erhalten, statt für jedes Projekt einzeln eine Genehmigung zu beantragen. Dies erfordert ein umfassendes Betriebshandbuch, nachgewiesene Kompetenz und ggf. einen anerkannten Sicherheitsbeauftragten. Wir unterstützen unsere Kunden gerne bei der Erstellung der notwendigen Dokumentation.
Sonstiges
Bietet MOST Robotics Wartung und Inspektion von Drohnensystemen an?
Ja – wir bieten umfassende Wartungs- und Inspektionsservices für professionelle Drohnensysteme an: Regelmäßige Sichtprüfungen (visuell, mechanisch), Elektronikdiagnose und Firmware-Updates, Propeller- und Motorenwechsel, Sensorrekalibrierung und -prüfung, Akku-Health-Check und -tausch sowie Hauptinspektionen nach Herstellerangaben. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer des Systems und minimiert das Ausfallrisiko im Feldeinsatz.
Was beinhalten Schulungen und Trainings von MOST Robotics?
Unser Schulungsangebot umfasst: Führerscheinvorbereitung (A1/A3-Kenntnisnachweis, A2-Fernpiloten-Zeugnis, STS), Geräte- und Systemeinweisungen für alle vertriebenen Drohnensysteme, Anwenderschulungen für Vermessungs-, Inspektions- und Agrarsoftware, praxisnahe Flugtraining-Tage auf Ihrem Gelände oder bei uns, individuelle Sonderschulungen für spezifische Einsatzszenarien sowie Weiterbildungen und Refresher für erfahrene Piloten.
Bietet MOST Robotics individuelle Entwicklung und Systemintegration an?
Ja – für Kunden mit speziellen Anforderungen entwickeln und integrieren wir maßgeschneiderte Lösungen: Integration von Spezialsensoren in bestehende Drohnenplattformen, Entwicklung von Missionssoftware und Autopilot-Logiken, API-Anbindung an interne Datenmanagement-Systeme, Konstruktion von Sonderbauteilen (Nutzlasthalterungen, Droppingsysteme), Softwareanpassungen für spezifische Auswertungsworkflows sowie Entwicklung autonomer Missionssysteme und Schwarmapplikationen.
Welche Finanzierungsoptionen gibt es für den Erwerb professioneller Drohnensysteme?
Professionelle Drohnensysteme können über verschiedene Wege finanziert werden: Direktkauf (Investitionsgut, AfA-fähig), Leasing (monatliche Raten, bilanzneutral, immer aktuelle Hardware), Mietkauf sowie Förderprogramme (z. B. BAFA-Förderungen, Digitalisierungsfonds, EU-Förderprogramme für Landwirtschaft und Forstwirtschaft). Wir beraten unsere Kunden gerne zu den sinnvollsten Finanzierungswegen.
Was ist ein U-Space und brauche ich dafür neue Hardware?
Ein U-Space ist ein digital überwachter Luftraum (meist urban). Ab Sommer 2026 können erste Gebiete in Deutschland beantragt werden . Zur Nutzung sind Network-ID und digitale Flugfreigaben über USSPs Pflicht.
Bieten Sie Individualschulungen für LiDAR-Workflows an?
Ja, unsere Trainings decken die gesamte Kette ab: Missionsplanung, Datenerfassung, Trajektorien-Korrektur in Applanix POSPac/Qinertia und die finale Auswertung in der CloudStation.
ATA Carnet für Drohnen: Was ist bei Auslandseinsätzen zu beachten?
Für gewerbliche Reisen außerhalb der EU (z. B. USA) empfehlen wir ein ATA Carnet von der IHK. Dieses dient als Warenpass und ermöglicht die vorübergehende zollfreie Ein- und Ausfuhr teurer Ausrüstung.
Dürfen Drohnen im Flugzeug transportiert werden?
Drohnenakkus (LiPo/LiIon) unterliegen strengen Gefahrguttransportvorschriften der IATA. Im Handgepäck: bis 100 Wh erlaubt (ca. die meisten Drohnenakkus), 101–160 Wh mit Airline-Genehmigung. Im Frachtraum: grundsätzlich verboten. Die Drohne selbst (ohne Akku) darf ins Aufgabe- oder Handgepäck. Vor Reisen immer bei der Fluggesellschaft die aktuell geltenden Bestimmungen erfragen.